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Im März 1980 bescherten die Bauarbeiten für den Ausbau der B 267 am Fuße des Silberberges,
am westlichen Ortsrand von Ahrweiler gelegen, den Archäologen einen sensationellen Fund:
ROEMERVILLA
Durch den Bagger wurden Räume eines Herrenhauses des 2. bis 3. Jahrhunderts angeschnitten.
Die anschließenden zehnjährigen Ausgrabungen durch das Denkmalamt
Koblenz konnten das Wohnhaus mit seinem großen Badetrakt gänzlich freilegen, einen Vorgängerbau des frühen 1. Jahrhunderts an
gleicher Stelle nachweisen und die Geschichte des Siedlungsplatzes am Fuße des Silberberges vom 1. bis 8. Jahrhundert aufzeigen.
Die Ausgrabungen sind abgeschlossen, die Restaurierungsarbeiten haben begonnen und sollen über eine Reihe von Jahren
als Museumsprogramm, d. h. vor Besuchern, fortgeführt werden; ein architektonisch überzeugender Schutzbau aus Holz und Glas ist an Ort und
Stelle entstanden.
Der Erhaltungszustand der ausgegrabenen römerzeitlichen Bausubstanz ist für die Gebiete
nördlich der Alpen einmalig und kann nur mit ähnlichen Bauten des mediterranen Raumes (z.B. Pompeji oder Hercolaneum) verglichen
werden. Da das Mauerwerk zum Teil bis zur Fensterhöhe ansteht, kann der Besucher in der Tat durch römische Räume hindurchgehen
und so die ehemals vorhandene Raumkommunikation und den Eindruck, den diese auf die dort Lebenden machte, nachvollziehen. Doch nicht nur das
Mauerwerk ist ungewöhnlich gut erhalten, sondern auch dessen farbige Ausschmückung im Bereich der Sockelzone innerhalb der Räume ist in weiten Partien hervorragend an Ort und Stelle
erhalten. Hinzu kommt der im Versturz gefundene bemalte Wandverputz, welcher sich zu nahezu vollständigen Ausmalungen von Zimmerdecken oder Wandpartien zusammensetzen läßt.
Besonders beeindruckend ist ein ausgemaltes Tonnengewölbe, dessen aus dem Versturz geborgene Verputzstücke wieder zur ehemaligen Dekoration zusammengesetzt werden konnten.
Der Nachbau der Tonne mit seiner Bemalung befindet sich wieder am antiken Standort über dem kleinen Raum 2.
Das am Silberberg in so einmaliger Weise erhaltene römische Landhaus bietet die Möglichkeit,
den Besucher mit der Form gehobener römischer Lebensweise und Wohnkultur anhand
der gefundenen Bausubstanz bekanntzumachen. Ihm soll dabei verdeutlicht werden,
welchen hohen Standard sowohl römerzeitliche Bautechnik als auch künstlerische Ausschmückung
eines Baues im 2. und 3. Jahrhundert auch in den Provinzen fern der römischen Kernlande
erreicht haben.
Dabei sollte auch erkannt werden, daß mit dem Zusammenbruch des römischen Reiches
und der völligen Auflösung seiner Infrastruktur im späten 5. und 6. Jahrhundert
eine hochentwickelte Kultur zerstört worden ist, die erst wieder viele Jahrhunderte später
im ausgehenden Mittelalter ähnliche Ausprägung bei uns erreicht hat.
Auf der Empore über der Eingangshalle des Museums mit Kasse und Museumsshop erhält der Besucher durch
ein großformatiges Modell einen Überblick über den Fund als Ganzes. Dieser läßt sich sodann vertiefen,
wenn er von der Empore aus über den gesamten Grundriß des römischen Gebäudes hinwegschaut. Im Untergeschoß der Eingangshalle kann
man sich anhand einer permanenten Diaschau sowohl über den Fund selbst als auch über die bei seiner Freilegung angewandten
Techniken informieren.

Ein festinstallierter, behindertengerechter Rundweg führt den Besucher durch das gesamte Gebäude und vorbei an den interessantesten Teilen des Baus.
Im ehemaligen Hof auf der Nordseite des Hauses sind die bei den Ausgrabungen gemachten Kleinfunde und restaurierte Partien der Wandbemalung ausgestellt.
Zusätzlich zu den historischen Erkenntnissen bekommt der Besucher einen
Einblick in die archäologische und vor allem auch restauratorische Feinarbeit,
welche unter dem Schutzbau fortgeführt wird.
Ziel des Museums Roemervilla ist es, ein überdurchschnittlich erhaltenes Herrenhaus des 2. bis 3. Jahrhunderts
als Objekt für das Studium ländlicher römischer Lebensweise zu
präsentieren, und zwar so, daß sowohl der Fachwissenschaftler
als auch der interessierte Laie bei seinem Besuch Geschichte erleben kann.
Museum Roemervilla
Am Silberberg 1
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Tel.: 0 26 41 / 53 11
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