Burgruine Are

Bilder: Achim Meurer

Hoch oberhalb des Weinortes Altenahr und schon von weit her sichtbar thronen mächtige Mauerreste. Als steinerne Zeitzeugen erzählen sie die Geschichte der Burg Are, die um 1100 als Stammsitz der Grafen von Are errichtet wurde. Der Bauplatz war seinerzeit gut ausgesucht: Die Burg mit Palas, Vorburg und eigener Brunnenanlage war durch die steil abfallenden Hänge rundum schwer erreichbar und bot den Hausherren eine gute Rundumsicht, um Feinde rechtzeitig zu erkennen. Heute genießen Besucher die herrlichen Aussichten Richtung Altenahr mit der Burg Kreuzberg im Hintergrund, auf die Felsmassive am Langfigtal sowie die Weinberge am Altenahrer Eck. Am Abend ist die von Scheinwerfern beleuchtete Burgruine ein Hingucker.


Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg, erbaut von Graf Theoderich von Are, 1121. Der letzte männliche Erbe, Graf Friedrich von Are-Hochstaden, schenkte die Burg im Jahr 1246 der Kölner Kirche, der sein Bruder Konrad als Erzbischof vorstand.


In der Folge bauten die Kölner Erzbischöfe die Burg weiter aus. Sie diente ihnen als Bollwerk zum Schutz ihrer Besitzungen an der Ahr, als Verwaltungssitz für das zu einem Amt Are zusammengefasste Gebiet um Altenahr und auch als Gefängnis für hohe Gefangene. Wie das noch erhaltene Mauerwerk und die schriftlichen Aufzeichnungen ausweisen, erfuhr die Burg im Laufe der Jahrhunderte eine Reihe größerer Veränderungen und Erweiterungen.


Der Untergang der Burg begann mit dem Einmarsch französischer Truppen in das kurkölnische Territorium. Diese eroberten im Jahre 1690 nach neunmonatiger Belagerung die Burg und äscherten den Ort Altenahr ein. In den nächsten Jahren wechselten mehrmals die Besatzer, bis 1706 das Kölner Domstift die Burg besetzen ließ. Die Einwohner von Altenahr wurden jedoch von der Soldateska auf der Burg so bedrängt, dass sie den Kurfürsten 1714 um Hilfe baten. Die Burg wurde daraufhin durch Sprengung unbewohnbar gemacht. Die Altenahrer verwendeten viele Materialien zum Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser und zum Bau eines neuen Amtshauses am Fuße des Burgberges.


1996 wurde die Burgruine umfangreich saniert: Die bröckelnden Mauern von Palas und Turm wurden befestigt und die Fragmente der einstigen Burgkapelle instandgesetzt. Ehrenamtliche Helfer haben die einstige Brunnenanlage mit Schacht freigelegt. So können Besucher heute wieder viele Meter tief hinunter auf den Grundwasserspiegel blicken.

Übrigens: Jeden 1. und 3. Samstag im Monat können Sie in der Burg Are an einer historischen Kostümführung teilnehmen.