Perspektiven für den Tourismus im Ahrtal schaffen

Ahrtal-Tourismus bringt Tourismus-Akteure für gemeinsame Planungen zusammen

Ahrtal. Auch ein halbes Jahr nach der Flut ist der Tourismus im Ahrtal immer noch am Boden. 80 Prozent der von der Flut betroffenen Gastgeber sagen zwar, dass sie ihre Betriebe wiederaufbauen möchten. Doch der Wiederaufbau geht meist nur langsam voran, viele Gebäude befinden sich immer noch im Rohbauzustand. Die Flut hat zudem auch große Schäden an der touristischen Infrastruktur hinterlassen – der Ahr-Radweg ist in großen Teilen zerstört, die Ahr-Thermen außer Betrieb, die Bahnstrecke führt derzeit von Remagen nur bis Walporzheim, touristisch relevante Aufenthaltsbereiche in den Orten sind größtenteils verwüstet und Einzelhandelsgeschäfte nur zum Teil wieder in Container-Lösungen aktiv.

Die betroffenen Betriebe geben meist an, wohl erst im Herbst 2022 wieder unter Einschränkungen öffnen zu können. „Die generelle Infrastruktur wird bis dahin jedoch nicht wieder vollständig vorhanden sein“, sagt Christian Lindner, Vorsitzender des Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e. V. Die Corona-Krise hat zusätzlich wirtschaftliche und personelle Folgen für den Tourismus im Ahrtal mit sich gebracht. Die Situation für die Gastgeber im Ahrtal ist äußerst schwierig. Auch die Winzerbetriebe kämpfen enorm mit den durch die Flut entstandenen Schäden. „Tourismus ist der wirtschaftliche Motor des Ahrtals. Er wird noch viele Monate, teils Jahre benötigen, um zu alter Stärke zu gelangen“, so Christian Lindner.

Beratungsprogramm für Betriebe und neues Tourismus-Konzept

Für die Betriebe, die nun wiederaufbauen, will der Ahrtal-Tourismus Perspektiven schaffen. „Mit dem Wiederaufbau ergeben sich Chancen, die wir zupackend und zukunftsgerichtet nutzen müssen“, sagt Vorstandsmitglied Denis Hüttig. Der Verein hat dafür drei Fokusthemen, die er angehen wird. Zum einen den Aufbau eines Beratungsprogramm für seine Mitgliedsbetriebe. „Unsere Betriebe brauchen jetzt fachkundige Unterstützung dabei, nicht nur den alten Zustand wiederherzustellen, sondern vielmehr die Chancen zu nutzen, mit neuen, innovativen, zukunftsträchtigen Betriebskonzepten und einem zeitgemäßen Marktauftritt im Rahmen des Wiederaufbaus durchzustarten“, ergänzt Denis Hüttig.

Um das Ahrtal zu Re-Positionieren braucht es zudem ein neues Tourismuskonzept. Christian Lindner: „Wir brauchen klare Ziele und einen Plan, der verbindlich Wege aufzeigt, wo was wie am besten und vor allem zukunftsorientiert wiederaufgebaut oder neu geschaffen werden kann. Über ein neues Konzept wollen wir ein strukturiertes und organisiertes Vorgehen sicherstellen.“ Themen wie CO2-Neutralität, Nachhaltigkeit und Mobilität sollen eine zentrale Rolle im Erlebnis der Urlauber sowie der Bürgerinnen und Bürger des Ahrtals spielen. Das Konzept wird gemeinsam mit allen unmittelbaren und mittelbaren Akteuren des Tourismus, den Kommunen aber auch unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, der Politik und Fachorganisationen erarbeitet.

Besucherlenkung, um Gästen Orientierung zu bieten

Das dritte Thema dient dazu, Gästen des Ahrtals Orientierung zu bieten: Wann können sie das Ahrtal wieder besuchen, worauf sollten sie dabei achten, wie können sie mit ihren Besuchen helfen? Dafür braucht es ein umfassendes Kommunikationsmanagement online und vor Ort, kombiniert mit einem neuen System der Besucherlenkung, das Modellcharakter hat und auch langfristig Nutzen stiftet.

„Wir haben viele Ideen und Vorschläge, wo wir den Tourismus im Ahrtal hinbringen möchten. Dies können wir jedoch nicht alleine als Ahrtal-Tourismus angehen, sondern das ist eine gemeinsame Aufgabe aller am Tourismus Beteiligten“, betont Denis Hüttig. „Wir brauchen insbesondere auch Unterstützung seitens der Politik und öffentlichen Hand.“ Das Land Rheinland-Pfalz habe bereits seine Unterstützung zugesagt. Dies alleine reiche jedoch nicht aus. „Auch der Kreis Ahrweiler und die Kommunen müssen mit uns an einem Strang ziehen und wir brauchen ihr persönliches und finanzielles Engagement“, fordert Christian Lindner. Derzeit führe der Verein Gespräche mit allen Tourismus-Akteuren, um die Themen schnellstmöglich zur Umsetzung zu bringen.

 

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Pressekontakt

Barbara Knieps

Tel.: 02641/917123

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